âNirgends wird die Perversion des heutigen Finanzsystems deutlicher als bei der Nahrungsmittelspekulationâ, so Niema Movassat, Mitglied im Ausschuss fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fĂŒr die Fraktion DIE LINKE anlĂ€sslich der Kampagne von Foodwatch zu Spekulationen mit Agrarrohstoffen. Movassat weiter:
âParallel zur gröĂten Hungerkatastrophe in Afrika seit 60 Jahren erfahren wir, dass an der Rohstoffbörse in Chicago alleine im Mai 2011 mehr als die HĂ€lfte der weltweiten Weizenproduktion gehandelt wurde. Die gleichen Banken, die wir angeblich mit Steuergeldern retten mĂŒssen, sind mit ihren Wetten auf steigende Lebensmittelpreise und virtuellen GeschĂ€ften verantwortlich fĂŒr den Hungertod zahlloser Menschen. Das ist mehr als unertrĂ€glich.
In Regierungsverantwortung haben weder GrĂŒne noch SPD etwas zur Regulierung der FinanzmĂ€rkte unternommen. CDU/CSU und FDP bleiben trotz stĂ€ndiger Beteuerungen immer noch untĂ€tig, obwohl es unĂŒbersehbar ist: Wir mĂŒssen die Profitmaximierung auf Kosten von Menschenleben sofort und grundsĂ€tzlich beenden.
Dazu muss der Handel mit Agrarrohstoffen in einem ersten Schritt durch Gesetze strikt reguliert werden. Mittelfristig brauchen wir eine Festlegung von Grundnahrungsmittelpreisen auf Grundlage internationaler Abkommen. Nahrungsmittel dĂŒrfen kein Spielzeug fĂŒr Zocker sein. Detaillierte Forderungen hierzu hat DIE LINKE bereits im Januar 2011 vorgelegt. (Hunger bekĂ€mpfen â Spekulation mit Nahrungsmitteln beenden, Bundestagsdrucksache 17/4588).â

