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Spekulanten töten Menschen und die Bundesregierung schaut zu

18. Oktober 2011  Allgemein
18.10.2011, Niema Movassat

„Nirgends wird die Perversion des heutigen Finanzsystems deutlicher als bei der Nahrungsmittelspekulation“, so Niema Movassat, Mitglied im Ausschuss fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fĂŒr die Fraktion DIE LINKE anlĂ€sslich der Kampagne von Foodwatch zu Spekulationen mit Agrarrohstoffen. Movassat weiter:

„Parallel zur grĂ¶ĂŸten Hungerkatastrophe in Afrika seit 60 Jahren erfahren wir, dass an der Rohstoffbörse in Chicago alleine im Mai 2011 mehr als die HĂ€lfte der weltweiten Weizenproduktion gehandelt wurde. Die gleichen Banken, die wir angeblich mit Steuergeldern retten mĂŒssen, sind mit ihren Wetten auf steigende Lebensmittelpreise und virtuellen GeschĂ€ften verantwortlich fĂŒr den Hungertod zahlloser Menschen. Das ist mehr als unertrĂ€glich.

In Regierungsverantwortung haben weder GrĂŒne noch SPD etwas zur Regulierung der FinanzmĂ€rkte unternommen. CDU/CSU und FDP bleiben trotz stĂ€ndiger Beteuerungen immer noch untĂ€tig, obwohl es unĂŒbersehbar ist: Wir mĂŒssen die Profitmaximierung auf Kosten von Menschenleben sofort und grundsĂ€tzlich beenden.

Dazu muss der Handel mit Agrarrohstoffen in einem ersten Schritt durch Gesetze strikt reguliert werden. Mittelfristig brauchen wir eine Festlegung von Grundnahrungsmittelpreisen auf Grundlage internationaler Abkommen. Nahrungsmittel dĂŒrfen kein Spielzeug fĂŒr Zocker sein. Detaillierte Forderungen hierzu hat DIE LINKE bereits im Januar 2011 vorgelegt. (Hunger bekĂ€mpfen – Spekulation mit Nahrungsmitteln beenden, Bundestagsdrucksache 17/4588).“

Deutschland muss Frieden am Hindukusch schließen

06. Oktober 2011  Allgemein

Nach zehn Jahren deutscher Beteiligung am Krieg in Afghanistan erklÀren die Vorsitzenden der Partei DIE LINKE, Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, und der Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Gregor Gysi:

„Dieser Krieg muss sofort beendet werden! Das ist die einzig logische und humane Schlussfolgerung aus zehn Jahren Krieg in Afghanistan, der lĂ€nger als der Vietnamkrieg dauert. Die BegrĂŒndungen fĂŒr den Einsatz der Bundeswehr haben regelmĂ€ĂŸig gewechselt. Sie stimmten in keinem Fall. Die Zahl der Soldaten und der eingesetzten MilitĂ€rtechnik wuchs von Monat zu Monat. Der unverzĂŒgliche Abzug der Bundeswehr, wie ihn die LINKE fordert, wĂ€re auch ein Signal, dass der Krieg seinem Ende zusteuert.

Dr. Holger Frommert  / pixelio.de

Dr. Holger Frommert / pixelio.de

Unter dem Eindruck der Bevölkerungsmehrheit, die den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan will, tÀuscht die Bundesregierung eine Bereitschaft dazu vor. Die Bundesregierung spricht nur davon, dass bis 2014 die KampfverbÀnde abgezogen werden sollen. Man darf jetzt schon gespannt sein, wie viele Soldaten dann zu solchen erklÀrt werden, die keinen KampfverbÀnden angehörten. In Wirklichkeit ist im Krieg eine solche Unterscheidung gar nicht möglich.

Der Krieg als Mittel der Politik, wie er von Union, SPD, FDP und GrĂŒnen legitimiert wird, ist ein in jeder Hinsicht untaugliches und mörderisches Instrument. Das Sterben von afghanischen Zivilistinnen und Zivilisten, von deutschen und anderen Soldaten, muss endlich ein Ende finden.“

Abzocke Ă  la Nokia verbieten

30. September 2011  Allgemein
Sevim Dagdelen

„Nokia fĂŒhrt Europas Regierungen auf Kosten der BeschĂ€ftigten an der Nase herum. Der Konzern zockt auf Grundlage der unseligen innereuropĂ€ischen Standortkonkurrenz um Fördermillionen, drĂŒckt die Löhne der BeschĂ€ftigten, um nun die Handyproduktion völlig aus Europa abzuziehen. Die europĂ€ischen Subventionen dienten einzig und allein der Profitmaximierung von Nokia. So werden keine dauerhaften ArbeitsplĂ€tze geschaffen, sondern wie 2008 in Bochum trotz guter Bilanzen Standorte geschlossen und ArbeitsplĂ€tze vernichtet“, erklĂ€rt Sevim Dagdelen, Sprecherin fĂŒr internationale Beziehungen der Fraktion DIE LINKE, zur Schließung der Fabrik des Handy-Herstellers Nokia in RumĂ€nien nach nur knapp drei Jahren. Dagdelen weiter:

 	Thommy Weiss  / pixelio.de

Thommy Weiss / pixelio.de

„88 Millionen Euro Subventionen hatte Nokia fĂŒr den Bau des Werkes erhalten und einen Rekordgewinn von 7,2 Milliarden Euro vorweisen können. Trotzdem verließ Nokia auf der Suche nach mehr Profit Bochum im Jahr 2008 Richtung RumĂ€nien. Nach drei Jahren Abzocke und Ausbeutung will Nokia nun den Standort in RumĂ€nien wieder aufgeben. Opfer waren damals die Bochumer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die fĂŒr Nokia riesige Gewinne erwirtschafteten. Heute sind es die BeschĂ€ftigten in RumĂ€nien, die erst unter Landesdurchschnitt bezahlt wurden und nun auch noch arbeitslos werden.

Nokias Probleme mit seiner Handysparte beruhen auf Managementfehlern und verschlafenen Entwicklungen. Die Politik darf nicht zulassen, dass dies nun auf dem RĂŒcken der BeschĂ€ftigten ausgetragen wird. Die öffentlichen Gelder mĂŒssen zur Schaffung von dauerhaften ArbeitsplĂ€tzen verwendet werden. Wir brauchen endlich Gesetze, die es Unternehmen verbieten, Standorte zu schließen und massenhaft ArbeitsplĂ€tze zu vernichten, obwohl sie hohe Profite machen.“