Matthias W. Birkwald
„Wer auf die Riester-Rente als Instrument zur ArmutsbekĂ€mpfung setzt, betreibt eine Privatisierung des Elends. Mit der Riester-Rente wird Altersarmut nicht bekĂ€mpft, sondern erzeugt. Die aus Steuermitteln finanzierten Subventionen in Milliardenhöhe flieĂen in die Taschen der Versicherungsunternehmen und fehlen bei der zielgenauen Armutsvermeidung in der Rente. Effektive Armutsvermeidung muss auf dem Arbeitsmarkt beginnen, ĂŒber ein den Lebensstandard sicherndes Rentenniveau fortgesetzt und durch eine echte, fĂŒr alle offene, solidarische Mindestrente abgerundet werdenâ, erklĂ€rt Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, zum Vorschlag von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Riester-Rente verstĂ€rkt zur BekĂ€mpfung von Altersarmut zu nutzen. Birkwald weiter:
„Hinter der vermeintlichen Erfolgszahl von knapp 15 Millionen Riester-VertrĂ€gen verbergen sich keineswegs ebenso viele Menschen. MehrfachvertrĂ€ge werden einfach mitgezĂ€hlt. Auf meine Nachfrage konnte Frau von der Leyen nicht einmal sagen, wie viele Menschen potenziell ĂŒberhaupt riestern könnten. Wissenschaftliche Studien gehen von 36 Millionen Berechtigten aus. Demnach riestern also weniger als die HĂ€lfte, maximal 40,6 Prozent, der potenziellen Sparer. Und eine zumindest theoretische Chance, die VersorgungslĂŒcke zu schlieĂen, haben auch nur jene, die die volle Zulagenförderung erhalten. 2009 traf dies gerade einmal auf 4,7 Millionen Personen bzw. 13 Prozent der potenziellen Riester-Sparenden zu. Und selbst diese kleine Gruppe profitiert kaum von den staatlichen Zulagen, denn laut Ăko-Test (Heft 6/2011) fressen die Vertragskosten fast die gesamten Zulagen auf.“


