Andrej Hunko"Die EU-Kommission kleckert, wo geklotzt werden muss. Ihre VorschlĂ€ge zur Begrenzung der Macht privater Rating-Agenturen sind völlig unzureichend", kommentiert Andrej Hunko, fĂŒr DIE LINKE Mitglied im EU-Ausschuss des Bundestages, die Vorstellung von MaĂnahmen zur Regulierung von Rating-Agenturen durch die EU-Kommission. "Die Macht der Rating-Agenturen muss gebrochen, die Staatsfinanzen mĂŒssen dauerhaft von den FinanzmĂ€rkten abgekoppelt werden." Hunko weiter:"Es darf nicht sein, dass die krisenverschĂ€rfende Praxis von drei privaten Agenturen ĂŒber Wohl und Wehe ganzer Volkswirtschaften entscheidet. Die angekĂŒndigten MaĂnahmen sind ein erster zögerlicher Schritt, um diesen Zustand zu verĂ€ndern, sie greifen aber noch viel zu kurz. Es bedarf klarer und strenger Regeln. Ein Schritt muss die Einrichtung öffentlicher Rating-Agenturen auf europĂ€ischer Ebene sein mit dem Ziel, die Staaten von den FinanzmĂ€rkten zu entkoppeln.Zu begrĂŒĂen sind die Einsicht des Europaparlaments, dass ungedeckte LeerverkĂ€ufe und der Handel mit so genannten Credit Default Swaps (CDS) absolutes Gift sind, und der Beschluss, diese zumindest einzuschrĂ€nken. Leider konnte sich das Parlament aber nicht dazu durchringen, diese grundsĂ€tzlich zu verbieten. Damit wird der Spekulation ein weiteres Mal kein ausreichender Riegel vorgeschoben. Das Kasino an den FinanzmĂ€rkten muss endlich geschlossen werden."
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EU nur halbherzig gegen Rating-Agenturen
Spekulanten töten Menschen und die Bundesregierung schaut zu
âNirgends wird die Perversion des heutigen Finanzsystems deutlicher als bei der Nahrungsmittelspekulationâ, so Niema Movassat, Mitglied im Ausschuss fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fĂŒr die Fraktion DIE LINKE anlĂ€sslich der Kampagne von Foodwatch zu Spekulationen mit Agrarrohstoffen. Movassat weiter:
âParallel zur gröĂten Hungerkatastrophe in Afrika seit 60 Jahren erfahren wir, dass an der Rohstoffbörse in Chicago alleine im Mai 2011 mehr als die HĂ€lfte der weltweiten Weizenproduktion gehandelt wurde. Die gleichen Banken, die wir angeblich mit Steuergeldern retten mĂŒssen, sind mit ihren Wetten auf steigende Lebensmittelpreise und virtuellen GeschĂ€ften verantwortlich fĂŒr den Hungertod zahlloser Menschen. Das ist mehr als unertrĂ€glich.
In Regierungsverantwortung haben weder GrĂŒne noch SPD etwas zur Regulierung der FinanzmĂ€rkte unternommen. CDU/CSU und FDP bleiben trotz stĂ€ndiger Beteuerungen immer noch untĂ€tig, obwohl es unĂŒbersehbar ist: Wir mĂŒssen die Profitmaximierung auf Kosten von Menschenleben sofort und grundsĂ€tzlich beenden.
Dazu muss der Handel mit Agrarrohstoffen in einem ersten Schritt durch Gesetze strikt reguliert werden. Mittelfristig brauchen wir eine Festlegung von Grundnahrungsmittelpreisen auf Grundlage internationaler Abkommen. Nahrungsmittel dĂŒrfen kein Spielzeug fĂŒr Zocker sein. Detaillierte Forderungen hierzu hat DIE LINKE bereits im Januar 2011 vorgelegt. (Hunger bekĂ€mpfen â Spekulation mit Nahrungsmitteln beenden, Bundestagsdrucksache 17/4588).â
Deutschland muss Frieden am Hindukusch schlieĂen
Nach zehn Jahren deutscher Beteiligung am Krieg in Afghanistan erklÀren die Vorsitzenden der Partei DIE LINKE, Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, und der Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Gregor Gysi:
„Dieser Krieg muss sofort beendet werden! Das ist die einzig logische und humane Schlussfolgerung aus zehn Jahren Krieg in Afghanistan, der lĂ€nger als der Vietnamkrieg dauert. Die BegrĂŒndungen fĂŒr den Einsatz der Bundeswehr haben regelmĂ€Ăig gewechselt. Sie stimmten in keinem Fall. Die Zahl der Soldaten und der eingesetzten MilitĂ€rtechnik wuchs von Monat zu Monat. Der unverzĂŒgliche Abzug der Bundeswehr, wie ihn die LINKE fordert, wĂ€re auch ein Signal, dass der Krieg seinem Ende zusteuert.
Unter dem Eindruck der Bevölkerungsmehrheit, die den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan will, tÀuscht die Bundesregierung eine Bereitschaft dazu vor. Die Bundesregierung spricht nur davon, dass bis 2014 die KampfverbÀnde abgezogen werden sollen. Man darf jetzt schon gespannt sein, wie viele Soldaten dann zu solchen erklÀrt werden, die keinen KampfverbÀnden angehörten. In Wirklichkeit ist im Krieg eine solche Unterscheidung gar nicht möglich.
Der Krieg als Mittel der Politik, wie er von Union, SPD, FDP und GrĂŒnen legitimiert wird, ist ein in jeder Hinsicht untaugliches und mörderisches Instrument. Das Sterben von afghanischen Zivilistinnen und Zivilisten, von deutschen und anderen Soldaten, muss endlich ein Ende finden.“
