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2012 muss ein Jahr der Lohn-, Renten- und Sozialoffensive werden

30. Dezember 2011  Allgemein

„Arbeit muss in unserem Land endlich wieder den Wert bekommen, den sie verdient“, unterstĂŒtzt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Gregor Gysi, aktuelle Forderungen des DGB-Vorsitzenden Michael Sommer. „Das ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch ein Gebot der wirtschaftlichen Vernunft.“ Gysi weiter:
„Die Wirtschaftsinstitute sehen Deutschland im nĂ€chsten Jahr am Rande der Rezession. Es braucht nur etwas Unvorhergesehenes zu passieren, dann sind wir mittendrin. Das einzige Gegenmittel ist eine Ankurbelung der Binnenkaufkraft. Deshalb mĂŒssen wir 2012 eine Lohn-, Renten-  und Sozialoffensive in Deutschland und Europa starten. Ich setze darauf, dass die Gewerkschaften auch und gerade in Deutschland ihre ZurĂŒckhaltung aufgeben. Es reicht ja nicht, AbwehrkĂ€mpfe zu fĂŒhren, wir brauchen endlich einen nachhaltigen Anstieg der Reallöhne und –renten.

Wir haben in unserer Gesellschaft eine GerechtigkeitslĂŒcke, die sich immer mehr vergrĂ¶ĂŸert. Wenn die obersten zehn Prozent drei Billionen Euro Vermögen haben, 60 Prozent der Bevölkerung aber gar nichts oder fast nichts, zerstört das nicht nur den Zusammenhalt der Gesellschaft, sondern gefĂ€hrdet auch die Demokratie. Wenn in unserem wohlhabenden Land Arme deutlich frĂŒher sterben als Reiche, dann lĂ€uft etwas grundlegend schief. Im Niedriglohnsektor arbeiten ĂŒber 22 Prozent der BeschĂ€ftigten bei uns. Die
können jetzt kaum von ihrer Arbeit leben und laufen in eine riesengroße Falle der Altersarmut. Wir mĂŒssen hier endlich mit Mindestlohn und Mindestrente gegensteuern.“

LINKE in Marbach-Bottwartal wÀhlt neuen Vorstand.

30. Dezember 2011  OV Marbach-Bottwartal

Am vergangenen Mittwoch wĂ€hlte die Partei DIE LINKE einen neuen Ortsvereins-Vorstand. Neuer Sprecher ist der Mundelsheimer Walter Kubach, die beiden Beisitzer heißen Henry Schulz (Pleidelsheim)und Albrecht Klumpp (Großbottwar). Die Region Marbach-Bottwartal ist eingebunden in den Kreisverband Ludwigsburg.

11.12.29 Vorstandswahl
In einer kleinen RĂŒckschau wurden die AktivitĂ€ten des letzten Jahres diskutiert. Die Mitglieder waren sich einig, dass DIE LINKE seit vielen Jahren schon fĂŒr die  wichtigsten Themen unserer Zeit die richtigen LösungsvorschlĂ€gen hat: Höhere Löhne (Gesetzlicher Mindestlohn), keine AuslandseinsĂ€tze der BW (raus aus Afghanistan), Rechtsterrorismus (NPD Verbot), einerseits Gewinnexplosion bei den Superreichen und andererseits gigantische Staatsverschuldung (MillionĂ€rssteuer / Kontrolle der FinanzmĂ€rkte und Banken) um nur einige wenige zu nennen.
Die BedĂŒrfnisse der Menschen, nicht der MĂ€rkte mĂŒssen wieder die Politik bestimmen. Das Beispiel Stuttgart 21 zeigt auch, wie Milliarden-Projekte der Immobilienspekulation öffentlich „durchgedrĂŒckt“ werden, obwohl die Kassen auf der anderen Seite fĂŒr soziale Projekte angeblich leer sind. Es darf nicht sein, dass erst eine  Katastrophe wie in Japan passieren muss, bevor entscheidende politische Änderungen vorgenommen werden,
Die Anwesenden waren sich auch einig, dass es die Aufgabe der LINKEN ist, diese Themen weiter konsequent in die Öffentlichkeit zu tragen.
Walter Kubach bedankte sich bei den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Anne Jeziorski und dem Sprecher Harald Frank fĂŒr die geleistete Arbeit.

Armutsbericht ist Armutszeugnis fĂŒr die Bundesregierung

21. Dezember 2011  Allgemein

Diana Golze

„Was Gerhard Schröder mit der Agenda 2010 auf den Weg gebracht hat, funktioniert auf geradezu perverse Weise. Armut hat sich in Deutschland als MassenphĂ€nomen verfestigt. Und die jetzige Bundesregierung unternimmt nicht nur nichts dagegen, sie verschĂ€rft das Problem noch durch ihre Un-Sozialpolitik. Mit seinem Armutsbericht stellt der ParitĂ€tische Gesamtverband der Bundesregierung deshalb völlig zu Recht ein Armutszeugnis aus. Richtig ist auch die Schlussfolgerung des Verbands: Nur wer die Verteilungsfrage stellt, kann Armut wirkungsvoll bekĂ€mpfen. Es ist an der Zeit fĂŒr einen Politikwechsel hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit“, erklĂ€rt Diana Golze, Leiterin des Arbeitskreises „Arbeit, Soziales, Gesundheit“ der Fraktion DIE LINKE, anlĂ€sslich der Vorstellung der Berichte des ParitĂ€tischen Gesamtverbands zur Armutsentwicklung und sozialpolitischen Halbzeitbilanz der Bundesregierung. Golze weiter:

Gerd Altmann  / pixelio.de

Gerd Altmann / pixelio.de

„Wie der ParitĂ€tische belegt, hat sich die Armut in Deutschland inzwischen so weit verfestigt, dass sie selbst bei guter Konjunktur nicht mehr abnimmt. Die Politik der Bundesregierung verschĂ€rft das Problem: Der Verzicht auf einen anstĂ€ndigen flĂ€chendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, die unzureichende RegelsĂ€tze bei Hartz IV, der Kahlschlag bei der Arbeitsförderung und das bĂŒrokratische und ineffektive sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket sind nur einige Beispiele dafĂŒr. Ein Programm gegen Armut und soziale Ausgrenzung sieht anders aus.

Die Bundesregierung trĂ€gt zur VerschĂ€rfung der sozialen Ungleichheit bei. UrsĂ€chlich fĂŒr diese Fehlentwicklung ist die politisch geduldete Umverteilung von unten nach oben. Das Deutsche Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung hat vor wenigen Wochen in einer Stellungnahme fĂŒr den Ausschuss fĂŒr Arbeit und Soziales ausgefĂŒhrt: ‚Ein großer Teil des Wirtschaftswachstums der letzten 10 Jahre (ist) bei den reichsten 10 Prozent der Bevölkerung gelandet und davon vermutlich wiederum ein beachtlicher Teil bei den reichsten 1 Prozent.‘ Dieser Prozess muss umgehend gestoppt werden –  durch ein gerechteres Steuersystem, höhere Löhne und höhere Sozialleistungen. Es ist an der Zeit, den Kampf gegen die Armut aufzunehmen.“