30.07.2012, Ulla Jelpke
„Friedrichs Personalpolitik im Feudalherrenstil lĂ€sst Schlimmes fĂŒr die geplante Reform der Sicherheitsbehörden befĂŒrchten. Aber hier haben Bundestag und Bundesrat zum GlĂŒck ein Wörtchen mitzureden, und diese demokratischen Gremien kann Friedrich nicht so einfach abservieren, wie die
Kritiker in der FĂŒhrung der Bundespolizei“, erklĂ€rt die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE,

Arno Bachert / pixelio.de
Ulla Jelpke, anlÀsslich der Absetzung der Bundespolizeispitze durch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Jelpke weiter:
„Offensichtlich nutzt Friedrich die Vertrauenskrise der Sicherheitsbehörden dazu, ĂŒberall seine eigenen Leute zu platzieren. Dabei werden jetzt auch solche Leute abserviert, die mit dem Skandal um die Nazi-Terrorzelle nichts zu tun haben. Der bisherige Bundespolizeichef hatte sich aber in der Vergangenheit gegen die PlĂ€ne des Innenministeriums von einer Fusion von Bundespolizei und BKA zu einem deutschen FBI gestellt. Sowohl BKA als auch Bundespolizei erhalten nun Vorgesetzte von Friedrichs Gnaden – das erweckt zwangslĂ€ufig den Eindruck, als wolle Friedrich die alten FusionsplĂ€ne nun durch die HintertĂŒr umsetzen. Eine Zusammenlegung des BKA mit seinen quasi-geheimdienstlichen Kompetenzen und der Bundespolizei mit ihrer flĂ€chendeckenden PrĂ€senz ergĂ€be aber eine zentralstaatliche Mammutbehörde, die auf die EinschrĂ€nkung von BĂŒrgerrechten geradezu angelegt wĂ€re. Es gilt, derartigen geschichtsvergessenen PlĂ€nen einen Riegel vorzuschieben.“