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Vereinbarter Gesetzesbruch

16. MĂ€rz 2011  Allgemein

16.03.2011, Wolfgang Neskovic

Gerd Altmann / pixelio.de

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„Das ‚Merkel-Moratorium‘ ist ein vereinbarter Gesetzesbruch. Die entsprechende Vereinbarung der Bundesregierung mit den MinisterprĂ€sidenten der LĂ€nder ist allein der politischen OpportunitĂ€t mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen geschuldet. Politische OpportunitĂ€t ist und darf jedoch keine rechtliche Kategorie sein“, sagt Wolfgang NeĆĄković anlĂ€sslich des von der Bundesregierung verkĂŒndeten dreimonatigen „Moratoriums“. Der Justiziar der Fraktion DIE LINKE und Bundesrichter a.D. fĂ€hrt fort:

„Wenn die Regierung ihre politische Meinung Ă€ndert, dann muss sie die Gesetzeslage Ă€ndern und nicht vorhandene Gesetzesvorschriften im Wege des Rechtsbruches uminterpretieren. Die Vorschrift des § 19 Abs.3 des Atomgesetzes ist erkennbar auf ganz konkrete Gefahrenlagen ausgerichtet, nicht jedoch auf die Neubewertung allgemein bekannter, abstrakter Risikolagen.

Mit ihrem Verhalten betreibt die Regierung nicht nur Rechtsbruch, sondern setzt sich zugleich zu ihrem frĂŒheren Verhalten in Widerspruch. Durch ihre Neubewertung gesteht sie nunmehr ein, dass der Betrieb der alten Kernkraftwerke auch vor dem ReaktorunglĂŒck in Japan schon gesetzeswidrig war und die LĂ€nder es pflichtwidrig unterlassen haben, die Kraftwerke abzuschalten. Denn an den Sicherheitsvorkehrungen in deutschen Atomkraftwerken hat sich seit dem Unfall in Japan ĂŒberhaupt nichts verĂ€ndert.

Wenn die Betreiber zunĂ€chst darauf verzichten, sich gegen die Stilllegung rechtlich zu wehren, dann werden sie die Rechnung der Bundesregierung hierfĂŒr spĂ€testens nach Beendigung der Wahlkampfzeiten prĂ€sentieren.“

Atomkraft ist nicht beherrschbar

12. MĂ€rz 2011  Allgemein

„Der von den Folgen des Erdbebens betroffenen japanischen Bevölkerung gilt unser ganzes MitgefĂŒhl. Es ist zu hoffen, dass die Menschen vor Ort nicht auch noch den Folgen eines atomaren Störfalls ausgesetzt werden. Der vom japanischen Regierungschef Naoto Kan ausgerufene Atomalarm ist zutiefst beunruhigend“, erklĂ€rt DorothĂ©e Menzner, energiepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zu den Folgen des Erdbebens in Japan. Menzner weiter:
„Auch Stunden nach dem verheerenden Beben ist unklar, in welchem Umfang japanische Atomanlagen betroffen sind und ob daraus eine Gefahr fĂŒr die Bevölkerung erwĂ€chst. In der am stĂ€rksten vom Beben betroffenen Region befinden sich fĂŒnf atomare Anlagen. Aus dem Kernkraftwerk Onagawa wird ein Brand im Turbinenbereich gemeldet und im AKW Tepco Fukushima Daiichi soll Meldungen zufolge das KĂŒhlsystem ausgefallen sein. Diese offensichtlichen Probleme in den vom Beben betroffenen Atomanlagen fĂŒhren uns – nur wenige Tage vor dem 25. Jahrestag des Tschernobyl-GAUs – erneut auf dramatische Weise vor Augen, welche unbeherrschbaren Gefahren die Atomkraft birgt.“

 Gerd Altmann / pixelio.de

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Die Vorsitzenden der Partei DIE LINKE, Klaus Ernst und Gesine Lötzsch, und der Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Gregor Gysi, erklÀren angesichts der Zuspitzung der Atomkatastrophe in Japan:

„Wir sind bestĂŒrzt ĂŒber die jĂŒngsten Ereignisse in Japan. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und beim gesamten japanischen Volk, das nach Tsunami und Erbeben die Folgen einer atomaren Katastrophe bewĂ€ltigen muss. Die Weltgemeinschaft darf Japan jetzt nicht alleine lassen.
Nach diesem Tag ist nichts mehr, wie es vorher war. Wir mĂŒssen jetzt weltweit umdenken. Die japanischen Meiler galten als die sichersten. Es ist spĂ€testens jetzt klar, dass die Atomkraft nicht beherrschbar ist.
Wir brauchen ein weltweites Moratorium fĂŒr die Atomkraft. Der Ausbau von KapazitĂ€ten muss gestoppt werden. Deutschland muss sofort die Exportförderung fĂŒr Atomkraftanlagen einstellen. In Deutschland mĂŒssen wir zu einer Politik der systematischen Reaktorabschaltung kommen, unverzĂŒglich und unumkehrbar.“

Merkels Euro-Schlußverkauf

12. MĂ€rz 2011  Allgemein

11.03.2011, Michael Schlecht

Gerd Altmann / pixelio.de

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„Angela Merkel nutzt die Euro-Krise, um deutschen Unternehmen die SchnĂ€ppchen-Jagd in Griechenland zu ermöglichen. Das ist rĂ€uberische Erpressung“, kommentiert Michael Schlecht Medienberichte, denen zufolge die Bundeskanzlerin die VerlĂ€ngerung der Tilgungsfrist fĂŒr Griechenlands Euro-Kredite nur unter der Auflage gebilligt hat, dass Athen Staatsbesitz privatisiert. Der Chefvolkswirt der Fraktion DIE LINKE weiter:
„Die Euro-Krise ist fĂŒr Merkel offensichtlich ein willkommener Anlass, die Bevölkerungsmehrheit unter dem Druck der FinanzmĂ€rkte zu enteignen. Eine Umschuldung Griechenlands zögert die Kanzlerin dabei immer weiter hinaus. Das schont die Banken und Vermögenden und treibt die Zinsen auf Staatskredite in die Höhe, weil die FinanzmĂ€rkte der ZahlungsfĂ€higkeit von Euro-Staaten misstrauen. Merkel spielt Roulette auf Kosten der Steuerzahler und gefĂ€hrdet Europa politisch und ökonomisch.

DIE LINKE fordert unter anderem Euro-Anleihen sowie zinsgĂŒnstige Notenbankkredite fĂŒr notleidende Euro-Staaten durch eine EuropĂ€ische Bank fĂŒr öffentliche Anleihen. Dies wĂŒrde Umschuldungen sowie die Beteiligung der GlĂ€ubiger an den Kosten der Krise erleichtern und die Steuerzahler entlasten. DarĂŒber hinaus mĂŒssen die InsidergeschĂ€fte der drei beherrschenden Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s sowie Fitch durch eine europaweite, öffentliche Ratingagentur durchkreuzt werden.“