âWĂ€hrend genĂŒgend Geld fĂŒr MilitĂ€r und die Durchsetzung eigener
Wirtschaftsinteressen vorhanden ist – so wurden im Dezember 2010 erneut 50 Millionen Euro fĂŒr den Einsatz der zwei Bundeswehrschiffe vor der KĂŒste Somalias bereitgestellt – blamiert sich die Bundesregierung im Kampf gegen den Hunger in Ostafrika. Die zögerlich bewilligten sechs Millionen Euro Soforthilfe werden nicht ansatzweise ausreichen, die Hungersnot zu bekĂ€mpfen. Deutschland sollte sich ein Beispiel an GroĂbritannien nehmen, welches bereits 60 Millionen Euro Soforthilfe bewilligt hatâ, so Niema Movassat, Mitglied im Ausschuss fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fĂŒr die Fraktion DIE LINKE. Weiter erklĂ€rt er:
âDie Bundesregierung nimmt den Kampf gegen Armut und Hunger nicht ernst. Dies zeigt sich auch darin, dass sie ihre Zahlungen ans WelternĂ€hrungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen im zweiten Jahr in Folge weiter zurĂŒckgefahren. Die Bundesregierung muss ihre Soforthilfe gegen die Hungersnot insbesondere in Somalia umgehend erhöhen. Das Land wird derzeit von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen, hunderttausenden Menschen droht in dem kriegsgebeutelten Land der Hungertod.
AuĂerdem braucht es eine Neuakzentuierung der deutschen Entwicklungs- und AuĂenpolitik. Die zunehmende Konzentration auf sicherheitspolitische Aspekte zur Durchsetzung der eigenen Wirtschaftsinteressen ist unertrĂ€glich. Statt einer weiteren Militarisierung Afrikas Vorschub zu leisten, wie es die Kanzlerin im Falle Angolas gerade erst wieder getan hat, statt wie der Afrika-Beauftragte Nooke gefordert hat, sich militĂ€risch stĂ€rker in Afrika zu engagieren, muss die Bundesregierung auf langfristige Entwicklungszusammenarbeit setzen. Dazu gehört die konsequente Förderung der lĂ€ndlichen Entwicklung, ein Stopp des Ausverkaufs der fruchtbarsten Böden Afrikas (Landgrabbing) und ein entschiedenes Vorgehen gegen Nahrungsmittelspekulation.
Angesichts des völlig inakzeptablen Umgangs der Bundesregierung mit der Hungersnot in Ostafrika schlieĂe ich mich der Forderung des Bundestagsabgeordneten Thilo Hoppe (GrĂŒne) an, eine Sondersitzung des Ausschusses fĂŒr Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ) einzuberufen. Entwicklungsminister Niebel muss im Ausschuss darlegen, wieso die Bundesregierung nicht willens ist, einen adĂ€quaten Beitrag im Kampf gegen den Hunger in Ostafrika zu leisten.â




