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Geld fĂŒr Nahrung statt fĂŒr MilitĂ€r

20. Juli 2011  Allgemein

„WĂ€hrend genĂŒgend Geld fĂŒr MilitĂ€r und die Durchsetzung eigener

Jan von Bröckel  / pixelio.de

Jan von Bröckel / pixelio.de

Wirtschaftsinteressen vorhanden ist – so wurden im Dezember 2010 erneut 50 Millionen Euro fĂŒr den Einsatz der zwei Bundeswehrschiffe vor der KĂŒste Somalias bereitgestellt – blamiert sich die Bundesregierung im Kampf gegen den Hunger in Ostafrika. Die zögerlich bewilligten sechs Millionen Euro Soforthilfe werden nicht ansatzweise ausreichen, die Hungersnot zu bekĂ€mpfen. Deutschland sollte sich ein Beispiel an Großbritannien nehmen, welches bereits 60 Millionen Euro Soforthilfe bewilligt hat“, so Niema Movassat, Mitglied im Ausschuss fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fĂŒr die Fraktion DIE LINKE. Weiter erklĂ€rt er:

Rosel Eckstein  / pixelio.de

Rosel Eckstein / pixelio.de

„Die Bundesregierung nimmt den Kampf gegen Armut und Hunger nicht ernst. Dies zeigt sich auch darin, dass sie ihre Zahlungen ans WelternĂ€hrungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen im zweiten Jahr in Folge weiter zurĂŒckgefahren. Die Bundesregierung muss ihre Soforthilfe gegen die Hungersnot insbesondere in Somalia umgehend erhöhen. Das Land wird derzeit von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen, hunderttausenden Menschen droht in dem kriegsgebeutelten Land der Hungertod.

Außerdem braucht es eine Neuakzentuierung der deutschen Entwicklungs- und Außenpolitik. Die zunehmende Konzentration auf sicherheitspolitische Aspekte zur Durchsetzung der eigenen Wirtschaftsinteressen ist unertrĂ€glich. Statt einer weiteren Militarisierung Afrikas Vorschub zu leisten, wie es die Kanzlerin im Falle Angolas gerade erst wieder getan hat, statt wie der Afrika-Beauftragte Nooke gefordert hat, sich militĂ€risch stĂ€rker in Afrika zu engagieren, muss die Bundesregierung auf langfristige Entwicklungszusammenarbeit setzen. Dazu gehört die konsequente Förderung der lĂ€ndlichen Entwicklung, ein Stopp des Ausverkaufs der fruchtbarsten Böden Afrikas (Landgrabbing) und ein entschiedenes Vorgehen gegen Nahrungsmittelspekulation.

Sören Rudolph  / pixelio.de

Sören Rudolph / pixelio.de

Angesichts des völlig inakzeptablen Umgangs der Bundesregierung mit der Hungersnot in Ostafrika schließe ich mich der Forderung des Bundestagsabgeordneten Thilo Hoppe (GrĂŒne) an, eine Sondersitzung des Ausschusses fĂŒr Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AwZ) einzuberufen. Entwicklungsminister Niebel muss im Ausschuss darlegen, wieso die Bundesregierung nicht willens ist, einen adĂ€quaten Beitrag im Kampf gegen den Hunger in Ostafrika zu leisten.“

Weiterhin FachkrÀftemangel bei Lehrerinnen und Lehrern

19. Juli 2011  Allgemein
Dieter SchĂŒtz  / pixelio.de

Dieter SchĂŒtz / pixelio.de

„Es wird auch kĂŒnftig zu wenig qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer geben, selbst wenn die Kultusministerkonferenz etwas anderes behauptet“, erklĂ€rt Rosemarie Hein, Sprecherin fĂŒr allgemeine Bildung der Fraktion DIE LINKE, zu den Äußerungen des Bildungsforschers Klaus Klemm anlĂ€sslich der KMK-Studie „Lehrereinstellungsbedarf und Lehrereinstellungsangebot in der Bundesrepublik Deutschland Modellrechnung
2010-2020“. Hein weiter:

„Laut Prognose der KMK sollen bis zum Jahr 2020 jĂ€hrlich 28.000 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden. Dabei geht sie von einem Überangebot bei Deutsch- und Geschichtslehrern an Gymnasien aus. Fakt jedoch ist, dass es bereits heute einen gravierenden Lehrermangel in allen Schulformen und in nahezu allen FĂ€chern gibt, insbesondere an den Berufs- und Förderschulen sowie generell in den ostdeutschen BundeslĂ€ndern. Hier ist eine weitere Verschlechterung der Situation vorprogrammiert. Zudem sind etwa 50 Prozent der heute in den Schulen tĂ€tigen LehrkrĂ€fte Ă€lter als 50 Jahre. Um das Bildungssystem nachhaltig zu verbessern, um etwa kleinere KlassenstĂ€rken und das schulische Angebot sowohl in Ost als auch West zu gewĂ€hrleisten, mĂŒssen nach Berechnungen des Bildungsforschers
Klaus Klemm mindestens 36.000 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden. Dazu bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung von Bund und LĂ€ndern, ein FachkrĂ€fteprogramm ‚Bildung und Erziehung‘ aufzulegen, wie es DIE LINKE bereits im letzten Jahr in einem Antrag fordert.“

Nach ELENA-Aus auch weitere technologische Großprojekte stoppen

19. Juli 2011  Allgemein

„Die Erkenntnis der Bundesregierung, dass der elektronische Entgeltnachweis (ELENA) aus DatenschutzgrĂŒnden nicht tragbar ist, kommt spĂ€t, aber sie kommt. Nun mĂŒssen weitere Entscheidungen folgen, um den Datenschutz tatsĂ€chlich zu stĂ€rken: Die schritt- und zwangsweise EinfĂŒhrung der Biometrie und von elektronischen ID-Karten, etwa im Gesundheitswesen, muss ein fĂŒr allemal gestoppt werden“, erklĂ€rt Jan Korte, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE, zur angekĂŒndigten Einstellung des ELENA-Verfahrens. Korte weiter:

Thommy Weiss  / pixelio.de

Thommy Weiss / pixelio.de

„SpĂ€testens durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung hĂ€tte der Bundesregierung ein Licht aufgehen mĂŒssen. ELENA ist eine gigantische zentrale Sammlung und Vorratsspeicherung von Informationen ĂŒber alle BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse ohne konkreten Verwendungszweck und gegen jedes Gebot von Datensparsamkeit.

Das EingestĂ€ndnis des Scheiterns der sogenannten qualifizierten Signatur (QES) muss jetzt auch Folgen fĂŒr die zahlreichen anderen damit zusammenhĂ€ngenden umstrittenen Großprojekte haben. DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, sowohl den neuen elektronischen Personalausweis als auch alle anderen Projekte einer elektronischen ID-Karte und die EinfĂŒhrung der elektronischen Gesundheitskarte zu stoppen. Die Bundesregierung muss außerdem lĂŒckenlos aufklĂ€ren, wie viel dieser Starrsinn den Steuerzahler und die Arbeitgeber tatsĂ€chlich gekostet hat.

Die zentrale Speicherung von Arbeitnehmerdaten war Teil der unter Rot-GrĂŒn eingeleiteten Hartz-Reform. ELENA sollte zur EntbĂŒrokratisierung beitragen und Kosten sparen. TatsĂ€chlich blieben die propagierten Spareffekte jedoch aus, die Kosten vervielfachten sich stattdessen sogar. Jetzt einfach nur einzurĂ€umen, dass die Wirtschaft damit viel Geld in den Sand gesetzt habe, reicht keinesfalls aus.“