Author Archiv

Pflege-Kapitalstock ist nicht zukunftsfest

02. August 2011  Allgemein

„Eine Kapitaldeckung löst die derzeitigen Probleme der Pflege nicht: FachkrĂ€ftemangel, chronische Unterfinanzierung der Pflegeversicherung und ein zu enger Pflegebegriff sind so nicht zu beseitigen. Wer im Angesicht einer drohenden Euro-Krise und einem Fast-Bankrott der USA ernsthaft die Kapitaldeckung in der Pflege einfordert, macht sie zum Spielball der KapitalmĂ€rkte. Das ist ein verhĂ€ngnisvoller Irrweg und das genaue Gegenteil von dem, was in der Pflege gebraucht wird: VerlĂ€sslichkeit, MenschenwĂŒrde, SolidaritĂ€t“, kommentiert Kathrin Senger-SchĂ€fer das aktuelle Unionsmanifest zur Pflegereform. Die pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

matchka  / pixelio.de

matchka / pixelio.de

„Die ĂŒberwiegend jĂŒngeren Abgeordneten der Union zeigen deutlich, dass sie offensichtlich weder aus der vergangenen noch aus der aktuell drohenden Finanzkrise etwas gelernt haben. Als gelernter Bankkaufmann sollte WortfĂŒhrer Jens Spahn wissen, wie rar langfristig sichere Anlagemöglichkeiten in der gegenwĂ€rtigen Situation der KapitalmĂ€rkte sind. Sparleistungen, welche die BĂŒrger zusĂ€tzlich berappen mĂŒssen, laufen Gefahr am Markt schlicht verbrannt zu werden.

Der Begriff Generationengerechtigkeit wird in diesem Zusammenhang völlig ad absurdum gefĂŒhrt. Der Ă€lteren Generation, die am ehesten von Pflege betroffen sein könnte, stĂŒnden die zukĂŒnftigen KapitalertrĂ€ge heute gar nicht zur VerfĂŒgung. DarĂŒber hinaus werden Geringverdiener enorm belastet, denn ein Solidarausgleich ist nicht zu erwarten.

Die einzige gerechte Alternative zur Finanzierung der Pflege ist und bleibt die solidarische BĂŒrgerinnen- und BĂŒrgerversicherung der LINKEN.“

Fehlalarmquote ist ein Sicherheitsrisiko

02. August 2011  Allgemein

„Wenn diese Fehlalarmquoten bei den Körperscannern stimmen, dann gibt es fĂŒr das Innenministerium nicht mehr viel zu analysieren. Die Bundesregierung sollte nach dem Millionengrab ELENA das nĂ€chste Technikprojekt schnellstens einstampfen und zukĂŒnftig auf mehr gut qualifiziertes Personal setzen“, erklĂ€rt Jan Korte, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE, zu den heutigen Äußerungen des Innenausschussvorsitzenden Wolfgang Bosbach bezĂŒglich der Fehlalarmquoten bei den in Hamburg erprobten Körperscannern. Korte weiter:

„Zuerst hieß es, Körperscanner brĂ€chten mehr Sicherheit. Obwohl das nie bewiesen werden konnte, sind die Scanner jetzt offenbar daran gescheitert, dass sie keine Beschleunigung der Passagierabfertigung ermöglichen – laut Bosbach wichtiges Ziel des Testlaufs. Dabei sollte die Abfertigungsgeschwindigkeit eher nebensĂ€chlich sein. Das eigentliche Problem mit den hohen Fehlalarmquoten sind die in der Masse untergehenden ‚echten‘ Alarme. Erstaunlich ist unter Sicherheitsaspekten auch, dass es in der Erprobungsphase der Scanner in Hamburg keine grundsĂ€tzlichen Nachkontrollen gab. Ob also tatsĂ€chlich alles detektiert wurde, was entdeckt werden sollte, weiß das Innenministerium nicht.

DIE LINKE wird auf einer Schlussrechnung fĂŒr das Lieblingsprojekt von Ex-Innenminister Thomas de MaiziĂšre bestehen. Darauf haben die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die auch schon das Millionengrab ELENA finanzieren durften, ein Recht. Und sie haben das Recht, dass der Staat die Sicherheit im Luftverkehr gewĂ€hrleistet. Experten und Gewerkschaften sind hier einer Meinung: Mehr Sicherheit gĂ€be es vor allem mit mehr gut qualifiziertem und motiviertem Personal. Es wird Zeit, dass auch die Bundesregierung dies begreift und sich bei der Personenkontrolle vom Technikfetisch befreit.“

S21: „GefĂ€lligkeitsgutachten“ – Stresstest nicht bestanden

21. Juli 2011  Allgemein

 

Zu den Meldungen, wonach das Projekt Stuttgart 21 auch laut Schweizer IngenieurbĂŒro SMA den Stresstest „bestanden“ habe, erklĂ€rt die verkehrspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Sabine Leidig:

Peter Röhl  / pixelio.de

Peter Röhl / pixelio.de

S21: „GefĂ€lligkeitsgutachten“ – Stresstest nicht bestanden

„Es war zu erwarten, dass SMA sein GĂŒtesiegel fĂŒr den sogenannten Stresstest fĂŒr Stuttgart 21 geben wĂŒrde. Die finanzielle AbhĂ€ngigkeit von SMA von der Bahn ist erheblich; der PrĂŒfauftrag fĂŒr SMA war stark eingeschrĂ€nkt. Der zentrale Satz, der aus dem SMA-Gutachten zitiert wird, lĂ€sst bereits durchscheinen, warum dieses GĂŒtesiegel wenig besagt. SMA schreibt: Die dokumentierten ‚49 AnkĂŒnfte‘ im unterirdischen S21-Hauptbahnhof könnten ‚mit dem in der Simulation unterstellten Fahrplan‘ und ‚mit wirtschaftlich optimaler BetriebsqualitĂ€t abgewickelt werden‘.

Gerd Altmann/Carlsberg1988  / pixelio.de

Gerd Altmann/Carlsberg1988 / pixelio.de

TatsĂ€chlich ist dieser Simulations-Fahrplan ein fĂŒr die Eisenbahn-Praxis nicht oder nur mit erheblichen GefĂ€hrdungen durchfĂŒhrbarer Fahrplan. Unter anderem mĂŒssen oft zwei ZĂŒge in einem Gleis hintereinander Halte einlegen. Gleichzeitig haben die Gleise ein GefĂ€lle von 15 Promille, bei dem ZĂŒge ungebremst losrollen können.
Der Begriff ‚wirtschaftlich optimal‘ steht faktisch in Widerspruch zu ‚fĂŒr die FahrgĂ€ste optimal‘. TatsĂ€chlich ist der Simulations-Fahrplan so ausgelegt, dass Tag fĂŒr Tag Zehntausende FahrgĂ€ste extrem lange Wartezeiten bei klassischen Umsteig-Verbindungen auf sich nehmen mĂŒssen.

SMA hat ein GefĂ€lligkeitsgutachten abgegeben. Das AktionsbĂŒndnis hat richtig reagiert und erklĂ€rt, an der Show zur PrĂ€sentation des Ergebnisses nicht teilnehmen zu wollen.“