Heidrun Bluhm:
„Dass der massenhafte Verkauf von öffentlichen Wohnungen an groĂe Finanzinvestoren den Wohnungsmarkt in Deutschland deformiert und die Mietpreisspirale befeuert, musste die Bundesregierung schon in ihrer Antwort auf unsere Kleine Anfrage zur Wohnungsprivatisierung in Deutschland im FrĂŒhjahr dieses Jahres einrĂ€umen ( BT Drs. 17/12950). Doch anstatt diese VerkĂ€ufe zu stoppen und dadurch die Mietsteigerungen zu bremsen, hat man mit dem Verkauf der 11.500 bundeseigenen TLG Wohnungen in Ostdeutschland auch noch das letzte bisschen mietenpolitischen Einfluss verramscht und die Mieterinnen und Mieter mit einer pflaumenweichen Placebo -Sozialcharta verschaukelt“, erklĂ€rt Heidrun Bluhm, wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zu einer Reportage in der ARD-Sendung „Monitor“ vom gestrigen Donnerstag. Bluhm weiter:
„Die Sozialcharta ist, wie der PrĂ€sident des Deutschen Mieterbundes, Franz Georg Rips, in der Monitor Sendung völlig zu Recht kritisierte, das Papier nicht wert, auf dem sie steht. Auch die von der Bundesregierung stĂ€ndig wiederholte Behauptung, man habe wegen des EuropĂ€ischen Beihilferechts keine weitergehenden Schutzklauseln in die Charta aufnehmen dĂŒrfen, wird in dem Bericht widerlegt. Den besten Beweis dafĂŒr, dass Mietpreisregelungen bei der Abfassung der Sozialcharta absichtlich âvergessenâ wurden, hat die TAG AG, die die TLG Wohnungen erworben hat, selbst geliefert, als sie gerade flĂ€chendeckend Mietpreiserhöhungen angekĂŒndigt hat. Dazu befragt erklĂ€rte der Vorstandschef der Gesellschaft, Rolf Elgeti, eiskalt grinsend in die Kamera, so sei eben die Marktwirtschaft. Das war bezeichnender Weise der beste Partner, den die Bundesregierung fĂŒr diesen Wohnungsdeal finden konnte.“