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Bahn muss endlich auf Schienenverkehr im Inland konzentrieren

20. April 2011  Allgemein

Sabine Leidig

 Holger GrÀbner / pixelio.de

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„Wieder kein Geld fĂŒr den Schienenverkehr im Inland. Auch das Winter-Sommer-Chaos und die S-Bahn-Dauermisere dokumentieren den fortschreitenden Niedergang der Deutschen Bahn im Inland“, so Sabine Leidig zur Mitteilung der neuen Bahn-Tochter Arriva, 2,3 Milliarden Euro vor allem fĂŒr neue AufkĂ€ufe einzusetzen. Die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Bahnchef RĂŒdiger Grube trat mit dem Versprechen an, die Bahn werde sich nun endlich auf das „Brot-und-Butter-GeschĂ€ft“ konzentrieren, den Schienenverkehr im Inland. Das Gegenteil ist der Fall: Im Sommer tĂ€tigte Grube mit dem Kauf von Arriva den bisher grĂ¶ĂŸten Auslandseinkauf in der deutschen Bahngeschichte.

Bahnchef Grube hat der Arriva-Spitze zugesagt, sie könne ihre GeschĂ€fte weitgehend unabhĂ€ngig fĂŒhren. Damit delegiert er die Kontrolle und Verantwortung, was ihn wenig und die Allgemeinheit viel kosten wird.

Auch die Global-Player-Position der Deutschen Bahn wird durch diese Politik verschĂ€rft. Mangels Transparenz können so Bundesmittel zweckentfremdet einsetzt werden, an deren Ende der Bund auch fĂŒr Arriva-Schulden und Arriva-Missmanagement haften wird.

Das bestĂ€rkt uns in unseren Forderungen, die Global-Player-Politik aufzugeben, die Bahn in eine Anstalt des öffentlichen Rechts umzuwandeln und einen fachkompetenten Vorstand einzusetzen, der sich auf den Schienenverkehr im Inland konzentriert.“

Zuzahlungen sind Kopfpauschalen fĂŒr Kranke

13. April 2011  Allgemein

Harald Weinberg

„Die heutige Anhörung zu PraxisgebĂŒhr und Zuzahlungen hat verdeutlicht, dass von den Zuzahlungen keine Steuerungswirkung ausgeht. Der Grund fĂŒr die EinfĂŒhrung ist hinfĂ€llig, gesundheitspolitisch wurde das Ziel der Maßnahme eindeutig verfehlt. Nun muss Schwarz-Gelb ĂŒber seinen Schatten springen und den einzig richtigen Schluss ziehen: PraxisgebĂŒhr und Zuzahlungen mĂŒssen wieder abgeschafft werden“, kommentiert Harald Weinberg, Obmann der Fraktion DIE LINKE im Gesundheitsausschuss, die von der Fraktion DIE LINKE initiierte Anhörung. Harald Weinberg weiter:

Siegfried Fries / pixelio.de

Siegfried Fries / pixelio.de

„DIE LINKE sieht durch die Auswertung der Analysen von verschiedenen SozialverbĂ€nden, Gewerkschaften und EinzelsachverstĂ€ndigen ihre Forderung bestĂ€tigt: Die Abschaffung der PraxisgebĂŒhr und Zuzahlungen ist ĂŒberfĂ€llig. Im Verlauf der Anhörung hat sich erneut gezeigt, dass Zuzahlungen Kopfpauschalen fĂŒr Kranke sind. Viele können sich einen Arztbesuch und Medikamente nicht mehr leisten. Die Vermeidung von notwendigen Arztbesuchen oder Medikamenteneinnahmen fĂŒhrt zu Folgekosten durch Komplikationen und Notfallmedizin, die die Einsparungen vielfach ĂŒbertreffen. Somit geht auch das Einsparargument, welches Rösler gerne vorbringt, ins Leere.

Die von SPD und GrĂŒnen eingefĂŒhrten Zuzahlungen wurden mit der Verhinderung von unnötiger Inanspruchnahme von Leistungen begrĂŒndet. Diese BegrĂŒndung ist schon deshalb eine Ente, weil ĂŒberhaupt niemand gewĂ€hrleisten kann, dass durch die Zuzahlungen nur unnötige Inanspruchnahme verhindert wird und notwendige Behandlungen nicht verhindert werden.

Dass Private Krankenkassen und Arbeitgeber in der Anhörung dennoch im Chor das Hohelied auf die Zuzahlungen sangen, ist nicht verwunderlich. Sie hatten noch nie die Interessen der Patienten im Blick.“

GeschÀfte mit dem Hunger beenden

13. April 2011  Allgemein

Niema Movassat

„Wenn die Bundesregierung es tatsĂ€chlich ernst meint mit der HungerbekĂ€mpfung, dann muss sie die herrschenden Wirtschaftsstrukturen grundlegend und nachhaltig verĂ€ndern“, so Niema Movassat, Mitglied im Ausschuss fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, anlĂ€sslich der Pressekonferenz der Bundesregierung zum Preisdruck auf Agrarrohstoffe und den Herausforderungen im Kampf gegen den Hunger. Movassat weiter:

Silke Kaiser / pixelio.de

Silke Kaiser / pixelio.de

„Die Weltmarktpreise fĂŒr Nahrungsmittel sind dieser Tage auf einem Jahrhunderthoch. Der Preisindex der WelternĂ€hrungsorganisation FAO liegt aktuell bei ĂŒber 230 Punkten, dem höchsten Wert seit der EinfĂŒhrung im Jahr 1990. Dies trifft vor allem die Menschen in den armen LĂ€ndern dieser Welt, die bis zu 70 Prozent ihres Einkommens fĂŒr Nahrungsmittel ausgeben. Um die Grundnahrungsmittelpreise stabil zu halten und den Hunger in der Welt wirksam zu bekĂ€mpfen, mĂŒssen sich die Regierungen endlich durchringen, die Gier an den MĂ€rkten nachhaltig einzudĂ€mmen. Die Deregulierungsorgien der letzten Jahre mĂŒssen zurĂŒckgedreht werden. DafĂŒr mĂŒssen die Agrarbörsen umgehend streng reguliert und transparent gemacht werden, mittelfristig muss die Erzeugung und der Handel von Agrarrohstoffen vollstĂ€ndig von den FinanzmĂ€rkten entkoppelt werden.

 Wolfgang Pfensig / pixelio.de

Wolfgang Pfensig / pixelio.de

Doch damit nicht genug: Auch die aktuellen Zahlen fĂŒr europĂ€ische Fleischexporte, fĂŒr illegale Landnahme und den Anbau von Agrotreibstoffen brechen alle Rekorde. Die Bundesregierung muss sich endlich gegen die aggressive Freihandelspolitik der EU gegenĂŒber den LĂ€ndern des SĂŒdens, gegen Agrarexportsubventionen, gegen Landraub und gegen die Produktion von Agrotreibstoffen und fĂŒr die StĂ€rkung regionaler MĂ€rkte, fĂŒr die Entwicklung lĂ€ndlicher Regionen und fĂŒr umfassende Landreformen einsetzen, wie die Fraktion DIE LINKE es seit langem fordert. Nur dann macht sie tatsĂ€chlich ernst mit dem Kampf gegen den Hunger.“