Niema Movassat
âWenn die Bundesregierung es tatsĂ€chlich ernst meint mit der HungerbekĂ€mpfung, dann muss sie die herrschenden Wirtschaftsstrukturen grundlegend und nachhaltig verĂ€ndern“, so Niema Movassat, Mitglied im Ausschuss fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, anlĂ€sslich der Pressekonferenz der Bundesregierung zum Preisdruck auf Agrarrohstoffe und den Herausforderungen im Kampf gegen den Hunger. Movassat weiter:
„Die Weltmarktpreise fĂŒr Nahrungsmittel sind dieser Tage auf einem Jahrhunderthoch. Der Preisindex der WelternĂ€hrungsorganisation FAO liegt aktuell bei ĂŒber 230 Punkten, dem höchsten Wert seit der EinfĂŒhrung im Jahr 1990. Dies trifft vor allem die Menschen in den armen LĂ€ndern dieser Welt, die bis zu 70 Prozent ihres Einkommens fĂŒr Nahrungsmittel ausgeben. Um die Grundnahrungsmittelpreise stabil zu halten und den Hunger in der Welt wirksam zu bekĂ€mpfen, mĂŒssen sich die Regierungen endlich durchringen, die Gier an den MĂ€rkten nachhaltig einzudĂ€mmen. Die Deregulierungsorgien der letzten Jahre mĂŒssen zurĂŒckgedreht werden. DafĂŒr mĂŒssen die Agrarbörsen umgehend streng reguliert und transparent gemacht werden, mittelfristig muss die Erzeugung und der Handel von Agrarrohstoffen vollstĂ€ndig von den FinanzmĂ€rkten entkoppelt werden.
Doch damit nicht genug: Auch die aktuellen Zahlen fĂŒr europĂ€ische Fleischexporte, fĂŒr illegale Landnahme und den Anbau von Agrotreibstoffen brechen alle Rekorde. Die Bundesregierung muss sich endlich gegen die aggressive Freihandelspolitik der EU gegenĂŒber den LĂ€ndern des SĂŒdens, gegen Agrarexportsubventionen, gegen Landraub und gegen die Produktion von Agrotreibstoffen und fĂŒr die StĂ€rkung regionaler MĂ€rkte, fĂŒr die Entwicklung lĂ€ndlicher Regionen und fĂŒr umfassende Landreformen einsetzen, wie die Fraktion DIE LINKE es seit langem fordert. Nur dann macht sie tatsĂ€chlich ernst mit dem Kampf gegen den Hunger.“



