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Griechenland braucht eine Chance zum Aufbau

04. April 2012  Allgemein

Diether Dehm, Gregor Gysi

CFalk  / pixelio.de

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Der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Gregor Gysi, hat zusammen mit Diether Dehm, europapolitischer Sprecher der Fraktion, vom 2.4. bis 4.4 auf Einladung der linken griechischen Bewegung Syriza Griechenland besucht und zahlreiche politische GesprĂ€che gefĂŒhrt. Er wurde unter anderem von StaatsprĂ€sident Karolos Papoulias, ParlamentsprĂ€sident Philiippos Petsalnikos, Außenminister Stavros Dimas, Finanzminister Philppos Sahinidis und dem ReprĂ€sentanten des IWF in Griechenland Bob Traa empfangen. AusfĂŒhrliche GesprĂ€chen fanden mit fĂŒhrenden Vertretern von Syriza, der Demokratischen Linken Dimar, der sozialdemokratischen Pasok und der konservativen Nea Demokratia statt.

SĂ€mtliche GesprĂ€chspartner wĂŒrdigten die solidarische Haltung der Linken zur griechischen Bevölkerung. In den GesprĂ€chen wurde deutlich, dass alle politischen KrĂ€fte in Griechenland die gegenwĂ€rtige Situation bedauern, die Ursachen aber unterschiedlich interpretieren. Ein Teil der GesprĂ€chspartner sah keine Möglichkeit, dem Druck aus Europa zur Senkung der Löhne und Renten sowie zur Entlassung von BeschĂ€ftigten zu widerstehen, wĂ€hrend der andere Teil die Notwendigkeit des Nachgebens energisch bestritt.

Gerd Altmann  / pixelio.de

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Gregor Gysi machte deutlich, dass „die Macht der Banken zu groß ist und Griechenland Aufbau und nicht Abbau benötige. Nur dann kann es Steuereinnahmen geben, die Griechenland voranbringen und es ihm ermöglichen die Darlehen zurĂŒckzuzahlen.“ Er setzte sich fĂŒr eine europaweite MillionĂ€rssteuer ein und dafĂŒr auch und gerade in Griechenland Steuerhinterziehungen wirksam zu bekĂ€mpfen. Gregor Gysi trat fĂŒr den Erhalt des Euro auch in Griechenland ein. Der IWF-ReprĂ€sentant erklĂ€rte, dass sich in Griechenland nur die Reichen einen Austritt aus dem Euro wĂŒnschen, weil sie ihr Vermögen in anderen LĂ€ndern gesichert haben und Griechenland dann billig aufkaufen können.

Die GesprÀchspartner registrierten aufmerksam, dass es auch in Deutschland unterschiedliche Haltungen zur EU, zum Euro und zu Griechenland gibt. Der StaatsprÀsident, der ParlamentsprÀsident und beide Minister gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass es neben eigenen Anstrengungen des Landes baldmöglichst ein europÀischen Programm zum Aufbau Griechenlands aufgelegt wird.

BeschĂ€ftigungsquote Älterer ist kein Grund zum Jubeln

04. April 2012  Allgemein

Matthias W. Birkwald

„Eine BeschĂ€ftigungsquote von etwas mehr als einem Viertel bei den 60 bis 64-JĂ€hrigen ist kein Grund zum Jubeln“, kommentiert Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, aktuelle Zahlen zur BeschĂ€ftigtenquote der 60 bis 64-JĂ€hrigen. „Wer diese Quote als BestĂ€tigung dafĂŒr interpretiert, dass die Rente erst ab 67 der richtige Weg ist, verdreht die Wirklichkeit. Denn fĂŒr jeden Monat, den ein Mensch frĂŒher in Rente geht, muss er gehörige AbschlĂ€ge in Kauf nehmen, die mit der Heraufsetzung des Renteneintrittsalters auf bis zu 14,4 Prozent steigen werden. Deshalb bleibt DIE LINKE beim Nein zur Rente erst ab 67 – ohne Wenn und Aber.“ Birkwald weiter:

	CFalk  / pixelio.de

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„Je nĂ€her die Menschen dem Rentenalter kommen, desto geringer ist auch die BeschĂ€ftigungsquote. Im Juni 2011 betrug sie bei den 63-JĂ€hrigen lediglich 17,7 Prozent, bei den 64-JĂ€hrigen sogar nur 14,4 Prozent. Auf meine Nachfrage hin hat die Bundesagentur fĂŒr Arbeit noch genauere Zahlen geliefert. In Vollzeit sozialversicherungspflichtig beschĂ€ftigt waren im Juni 2011 demnach nur 9,9 Prozent der 64-JĂ€hrigen. Bei den 64-JĂ€hrigen Frauen waren es nur 5,9 Prozent. Statt Jubelquoten zu verbreiten, sollten alle im Interesse der Betroffenen genauer hinsehen.“

Urteil mit Signalwirkung fĂŒr alle deutschen GroßflughĂ€fen

04. April 2012  Allgemein

Herbert Behrens, Sabine Leidig

Klaus Serek  / pixelio.de

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„Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist ein großer Erfolg fĂŒr die BĂŒrgerbewegung gegen den FluglĂ€rmterror und es hat Signalwirkung fĂŒr alle deutschen GroßflughĂ€fen. Ich erwarte von den BundeslĂ€ndern, dass sie den Leipziger Richterspruch bei kĂŒnftigen Entscheidungen ĂŒber NachtflĂŒge voll und ganz berĂŒcksichtigen“, begrĂŒĂŸt der Luftverkehrsexperte der Fraktion DIE LINKE, Herbert Behrens, das Urteil des Leipziger Bundesverwaltungsgerichts zum Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen.

Behrens weiter: „Das Urteil stĂ€rkt die Interessen der Anwohner des Flughafens, die ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr fordern. FluglĂ€rm hat massive Auswirkungen auf die Gesundheit und die LebensqualitĂ€t insbesondere der Anwohner. Das Wohl der Menschen muss ĂŒber den wirtschaftlichen Interessen der Luftverkehrswirtschaft stehen. DIE LINKE fordert den Bund als Anteilseigner der deutschen GroßflughĂ€fen auf, geeignete Initiativen zum besseren Schutz von Flughafenanwohnern zu ergreifen.“

Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin und hessische Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE, sieht das Urteil mit gemischten GefĂŒhlen: „Die BestĂ€tigung der Nachtflugregelung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Das Ziel muss allerdings ein vollstĂ€ndiges Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr sein. Ich werde deshalb die angekĂŒndigten Proteste gegen FluglĂ€rm in Frankfurt und an anderen deutschen FlughĂ€fen weiter unterstĂŒtzen.“