Matthias W. Birkwald
âDas ist der rentenpolitische Offenbarungseid der Bundesregierungen von Rot-GrĂŒn bis Schwarz-Gelbâ, erklĂ€rt der rentenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Matthias W. Birkwald, zu den von Ministerin von der Leyen vorgelegten Zahlen zu den Rentenerwartungen von langjĂ€hrig versicherten Durchschnittsverdienern. âUnion, SPD, FDP und GrĂŒne haben mit all ihren KĂŒrzungsfaktoren die gesetzliche Rentenversicherung so auf den Hund gebracht, dass Millionen und Abermillionen selbst bei langjĂ€hriger Versicherung und ordentlichen Einkommen nur noch Armutsrenten zu erwarten haben. Die Rente erst ab 67 verschĂ€rft das noch weiter.â Birkwald weiter:
âFrau von der Leyen ist auf dem Holzweg, wenn sie glaubt, eine Senkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent mit ihrer Zuschussrente auffangen zu können. Gleiches gilt fĂŒr die private Altersvorsorge, die sich Geringverdienende schlicht nicht leisten können und die zudem noch den Risiken der KapitalmĂ€rkte ausgesetzt ist. Wenn in Zukunft Deutschlands Alte nicht bis zum Tod malochen sollen, um irgendwie ĂŒber die Runden zu kommen, fĂŒhrt kein Weg an einem Stopp der RentenkĂŒrzungen und an der Wiederherstellung eines Rentenniveaus von mindestens 53 Prozent vorbei, das im Alter den Lebensstandard sichert und Armut verhindert. Dazu gehören ein flĂ€chendeckender Mindestlohn nicht unter zehn Euro, eine ZurĂŒckdrĂ€ngung prekĂ€rer BeschĂ€ftigung und eine solidarische Mindestrente. Als ein erster Schritt sollte Kanzlerin Merkel aber unmittelbar den Kabinettsbeschluss zur Senkung der RentenbeitrĂ€ge kassieren. Wer im Wissen um die immer akutere Gefahr der Altersarmut dem Rentensystem BeitrĂ€ge entzieht, handelt wider seinen Amtseid und verstöĂt gegen das Grundgesetz.
Unter der FĂŒhrung erst von Schröder, dann von Merkel haben zehn Jahre gereicht, um die gesetzliche Rentenversicherung, die zuvor 45 Jahre lang weitgehend verlĂ€sslich funktioniert hat, gegen die Wand zu fahren. Diese Entwicklung muss jetzt gestoppt und umgekehrt werden, wenn sie nicht zu einem sozialpolitischen GAU ausarten soll, der Deutschland aus den Fugen geraten lĂ€sst. Die TotengrĂ€berei an der Rente zeigt einmal mehr, dass Deutschlands Reformen genannte SozialkĂŒrzungen keineswegs ein Vorbild, sondern eine Schreckensvision fĂŒr Europa darstellen.“
