Sabine Leidig
âDie Entscheidung der Deutsche Bahn AG zu Stuttgart 21 ist ein wirtschaftlicher, ein verkehrspolitischer und ein politischer Skandal mit verheerenden Folgenâ, so Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zur heutigen Entscheidung des Aufsichtsrates der Deutschen Bahn AG, das GroĂprojekt trotz massiver Kostensteigerung in Milliardenhöhe fortzusetzen. Leidig weiter:
âWirtschaftlich, weil mit den nun anerkannten Kostenexplosion ein Verkehrsprojekt, das nachweisbar unwirtschaftlich ist, gebaut werden soll. Sollte S21 verwirklicht werden, erwachsen daraus Jahr fĂŒr Jahr Verluste, die ĂŒber den Abbau an anderer Stelle in der Schieneninfrastruktur finanziert werden mĂŒssen.
Verkehrspolitisch, weil S 21 mit einem Abbau von KapazitĂ€t verbunden ist. Ausgerechnet am heutigen Tag prĂ€sentiert der âSternâ eine Kabinettsvorlage der baden-wĂŒrttembergischen Landesregierung vom 24. Mai 2011, die diesen KapazitĂ€tsabbau dokumentiert. Das heiĂt: Die GrĂŒn-Rote Landesregierung wusste noch vor der Volksabstimmung, dass man viel Geld dafĂŒr investiert und hinterher weniger hat als vorher.
Politisch, weil die Bundesregierung ĂŒber ihre Vertreter im Aufsichtsrat das Projekt S 21 zur Staatsangelegenheit gemacht haben und das kleinkarierte politische Interesse von CDU/CSU und FDP höher bewerten als Gemeinwohl. Dabei geht es der Kanzlerin um den âIndustriestandort Deutschlandâ und dem Bundesfinanzminister um âdas gesamtstaatliche Interesseâ.