Linke Verkehrspolitik in der Region – sozial, ticketfrei, guter Takt

05. April 2019  Allgemein, Kommunalwahlen 2019

DIE LINKE. Kreisverband Ludwigsburg lud am Dienstag, den 2. April im Gasthaus zum Bären in Bietigheim-Bissingen zu einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema: „Linke Verkehrspolitik – sozial, ticketfrei, guter Takt“ ein. Wolfgang Hoepfner, Betriebsrat der Stuttgarter Straßenbahn AG & Mitglied der Regionalversammlung Stuttgart referierte über eine Neue Mobilitätskultur in der Region Stuttgart.

Die Region, so Hoepfner, ersticke im wahrsten Sinne des Wortes im Verkehr. Die Grenzwertüberschreitungen von Luftschadstoffen sind dabei nicht nur ein Stuttgarter Problem, sondern betreffen zahlreiche weitere Städte und Gemeinden. Der fortschreitende Klimawandel erfordere ein Umdenken und eine Verkehrswende, dazu sei der Aufbau eines regional flächendeckenden Netzes alternativer Mobilitätsangebote wie öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV), Car-Sharing und Fahrrad- bzw. Pedelec-Verleihsystemen erforderlich.

Um Menschen und insbesondere Berufspendler von der Straße auf die Schiene zu bekommen, muss der ÖPNV besonders im Umland attraktiver werden. Die Tickets sind in der Region vergleichsweise teuer bei schlechter Taktung, lückenhaftem Netz und wenig Komfort. Eine Optimierung des Nahverkehrs verursacht Kosten, eine Debatte die daher nur ungern geführt wird. Stattdessen wird lieber über Dieselfahrverbote und E-Autos diskutiert. Da der ÖPNV in Deutschland eine kommunale Aufgabe ist, liegt die Finanzierung in der Hand der ohnehin meist klammen Kommunen. Ein weiterer Hemmschuh für zuverlässigen ÖPNV sind die nachteiligen Verträge, die im Zuge der Realisierung von Stuttgart 21 mit der Deutschen Bahn geschlossen wurden und nachwirken. Diese Investitionen sind aber notwendig, sollen die Klimaschutzziele eingehalten werden. Nur wenn der ÖPNV im Vergleich zum Individualverkehr attraktiver wird, steigen auch mehr Menschen um.

Zum Schluss skizzierte der Referent die verkehrspolitische Perspektive der LINKEN als einen ticketfreien Nahverkehr mit gutem Takt und kam dabei noch auf konkrete Verkehrsprojekte wie der Bottwartalbahn zu sprechen.  Mittlerweile kamen ja selbst die CDU-Ortsverbände im Bottwartal zu der Einsicht, dass der Reaktivierung der Bottwartalbahn hohe Dringlichkeit einzuräumen ist. Bleibt zu hoffen, dass es sich nicht um leere Versprechungen handelt und die Realisierung nun auch zügig angegangen wird. DIE LINKE im Regionalparlament befürwortet das Projekt sowie die finanzielle Beteiligung der Region Stuttgart, sofern von den Kommunen und Kreisen erwünscht

Infrastruktur gehört in öffentliche Hand

04. April 2019  Allgemein, LINKE POLITIK

Am 3. April 2019 tagte wieder die Regionalversammlung in Stuttgart. Unser Ludwigsburger Regionalrat Sebastian Lucke hat Stand des Glasfaser-Kooperations-Programm der Region Stuttgart zusammen mit der Telekom gesprochen. Die Rede kann hier nachgelesen werden.
https://marbach.die-linke-bw.de/files/2019/04/190403_Rede-Breitband-Sebastian-Lucke.pdf

fridays for future in Murr

30. März 2019  Allgemein, OV Marbach-Bottwartal

In Berlin mobilisierte Greta Thunberg 10.000 Teilnehmer, dagegen war es nur ein kleiner Kreis, der sich in Murr zusammenfand. Trotzdem entwickelte sich ein intensiver Austausch. Gäste waren zwei Vertreter der Ludwigsburger Gruppe von “Fridays for future”, die über ihre Ziele und Entwicklungen berichteten. Vier Schülerstreiktage habe es hier schon gegeben, beteiligt seien etwa 400 Schülerinnen und Schüler, die sich vor allem über die sozialen Medien vernetzen und austauschen. Befürchtet wird von den jungen Leuten, dass sie die langfristigen Folgen des Klimawandels “ausbaden” müssen. Sie hoffen, dass die Beteiligung an den Schülerstreiks auch langfristig zu einer “Politisierung” beiträgt und zu Diskussionen in den Klassen führt. Ohne die Regelverletzung hätte die Bewegung wohl kaum Aufmerksamkeit erreichen können. Nachdem sie einigen Gegenwind aushalten mussten, fänden die Aktivisten nun inhaltliche Rückendeckung durch inzwischen 23.000 “Scientists for future”. Es gebe noch intensive Diskussionen über die konkreten Ziele. Die Beibehaltung der Atomkraft sei angesichts der Unfallrisiken und der Dauerbelastung nach dem Abriss jedenfalls keine Alternative, da waren sich die jungen Aktivisten mit Albrecht Klumpp von der Bürgerinitiative gegen das Atomkraftwerk Neckarwestheim einig.

Angestrebt wird von der Bewegung ein schnellerer Ausstieg aus der Kohleverbrennung zur Senkung des CO2-Ausstoßes und eine Verkehrswende hin zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs. Dass es da im Bottwartal noch viel zu verbessern gibt, merkten auch die Referenten, die lange auf ihren Bus zur S-Bahn nach Marbach warten mussten.