Stuttgart 21

Neues Buch beleuchtet Stuttgart 21 kritisch

28. Juli 2017  Stuttgart 21

In den letzten Jahren ist es zwar um das Großprojekt Stuttgart 21 (S 21) ruhiger geworden. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich nach wie vor ein „harter Kern“ von Bürgerinnen und Bürgern im Aktionsbündnis gegen S 21 engagiert – auch wenn sich die Grünen und der BUND längst zurückgezogen haben. Die Partei DIE LINKE  hat das Projekt von Anfang abgelehnt und ist bis heute dabei geblieben. Jetzt hatte der Ortsverband Marbach/Bottwartal der LINKEN einen S 21–Kritiker der ersten Stunde zu Gast, der sein soeben erschienenes Buch „abgrundtief und bodenlos“ vorstellte. Winfried Wolf berichtet darin über die neuesten Entwicklungen von S 21, beleuchtet aber auch die Historie des Projekts kritisch. An der Veranstaltung nahmen auch die Bundestagskandidaten der LINKEN im Wahlkreis Ludwigsburg und im Wahlkreis Neckar-Zaber, Peter Schimke und Walter Kubach teil.

Seine persönliche Prognose zur weiteren Entwicklung von S 21 hat Wolf im Untertitel des Buchs festgehalten: „Stuttgart 21 und sein absehbares Scheitern“. Die beiden Begriffe „abgrundtief“ und „bodenlos“ sprächen für sich, meinte Wolf. Den S-21-Kritikern schlage seitens der Projektbetreiber eine „abgrundtiefe Ignoranz“ entgegen, das Vorhaben als solches sei „bodenlos“ in vielfacher Hinsicht, argumentierte Wolf. Ein „Fass ohne Boden“ eben, und – aufgrund der massiven Fehlplanung – auch „bodenlos dumm“. In der Reihe bundesdeutscher Großprojekte mit der jüngst eröffneten Elbphilharmonie in Hamburg und dem Langzeitprojekt Flughafen Berlin Brandenburg (BER) sei S 21 spitze im negativen Sinne, urteilte der Autor. Denn schließlich sei S 21 „das Projekt mit dem größten zerstörerischen Potential“. Das nüchterne Resümee von Wolf lautete: „Dieses Projekt wird scheitern und nicht zu Ende gebaut“.

Nach Meinung von Wolf wird S 21 aus vier Gründen scheitern: Zum einen, weil die Gleise des geplanten unterirdischen Bahnhofs eine extreme Gleisneigung aufwiesen. Zweitens, aus Gründen des „Kapazitätsabbaus“ – die geplanten acht unterirdischen Gleise könnten die bisherigen 16 Gleise logistisch niemals ersetzen, so der Autor. Drittens, wegen der enormen Kostenexplosion und viertens, weil der Tunnelbau durch die quellfähigen Anhydrit-Schichten ein unbeherrschbares Risiko darstelle. Auch wenn der unterirdische Bahnhof am Ende fertig gestellt würde – die jahrelange Sperrung einer beschädigten Tunnelröhre werde den Bahnverkehr rund um Stuttgart lahm legen, mutmaßte Wolf. Dabei führte er den Anwesenden vor Augen, mit welchen immensen Folgen bei der geplanten Sperrung einer Röhre des Engelberg-Autobahntunnels zu rechnen ist. Auch dieser Tunnel wurde durch Anhydrit-Gestein gebohrt und muss immer wieder saniert werden. Alle diese Argumente würden indes von den S-21-Betreibern ignoriert – aus Gründen der Staatsräson, brachte es Wolf auf den Punkt.

abgrundtief und bodenlos – Buchvorstellung mit Winfried Wolf

06. Juli 2017  Stuttgart 21

Winfried Wolf veröffentlichte 1996 das erste Buch zu Stuttgart 21. Er ist Mitherausgeber von drei Büchern zu Stuttgart 21, die in den Jahren 2012, 2013 und 2014 erschienen sind.

Am Dienstag, den 25. Juli 2017 – 19.00 Uhr in der Gaststätte Bären in Bietigheim

stellt er sein neues Buch vor

„abgrundtief + bodenlos – Das absehbare Scheitern von Stuttgart 21“

Stuttgart 21 ist in dreifacher Weise einmalig: Es handelt sich um das mit Abstand größte Bauprojekt in Deutschland. Es ist das einzige Projekt, bei dem eine gigantische Summe dafür ausgegeben wird, eine bestehende Kapazität – hier diejenige des Hauptbahnhofs Stuttgart – zu verkleinern. Schließlich gibt es nirgendwo in Deutschland eine derart große, kreative Protestbewegung, die seit mehr als sieben Jahren und mit mehr als 370 Montagsdemonstrationen aktiv ist. Stuttgart 21 hat drei Bahnchefs verschlissen, die jahrzehntelange CDU-Herrschaft in Baden-Württemberg beendet und die grüne Protestpartei in S21-Mitgestalter gewendet. Laut Angela Merkel wird mit Stuttgart 21 der Standort Deutschland verteidigt. Bahnchef Richard Lutz springt ihr bei und betont, er sei »finster entschlossen«, S21 zu Ende zu bauen. Für das hehre Ziel »Staatsräson« werden die Gesetze der Logik, der Physik und der Geologie missachtet. Winfried Wolf hat Stuttgart21 von Anfang an publizistisch kommentiert. Er legt hier das erste Buch vor, das die gesamte Geschichte des Großprojekts ausbreitet, dessen zerstörerischen Charakter analysiert und den Bürgerprotest umfassend darstellt.  

Vorwort

Flyer

MdB Michael Schlecht fordert Neuanfang bei der Bahn ohne Technikchef Kefer

13. Juni 2016  Stuttgart 21

Presseerklärung vom 12. Juni 2016 / MdB Michael Schlecht, DIE LINKE

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag fordert einen personellen und inhaltlichen Neuanfang im Vorstand der Deutschen Bahn AG und eine Neubewertung von Stuttgart 21.

„DB-Vorstand Volker Kefer ist verantwortlich für den schlechten Zustand des Schienennetzes und für das Pannenprojekt Stuttgart 21“, sagt MdB Michael Schlecht. „Das Sanierungskonzept ‚Zukunft Bahn‘ kommt keinen Meter voran, ebenso wenig wie das Tunnelprojekt S21; statt Fortschritte bei der Infrastruktur gibt es nur immer neue Kostenexplosionen zu berichten. Jetzt muss der Aufsichtsrat Konsequenzen ziehen und Volker Kefer entlassen. In der Sache müssen die Prioritäten neu gesetzt werden: Weg von teuren und unsinnigen Prestigeprojekten wie S21, hin zu einer grundlegenden, im täglichen Betrieb wirksamen Sanierung der maroden Infrastruktur.“

Stuttgart 21 weist bereits jetzt einen Bauverzug von über fünf Jahren auf. Sowohl unabhängige Experten als auch bahninterne Unterlagen gehen von 10 bis 11 Mrd. EUR Gesamtkosten aus. Der neue offizielle Fertigstellungstermin für S21 im Jahr 2023 ist angesichts der Probleme im Stuttgarter Talkessel völlig illusorisch.

Michael Schlecht, MdB für den Wahlkreis Mannheim, ist wirtschaftspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE. und Mitglied im Bundestags-Ausschuss für Wirtschaft und Energie.
 

20 Jahre Bahnreform

22. April 2014  Stuttgart 21

2014 blicken wir zurück auf 20 Jahre einer Bahnreform, die mit hohen Erwartungen und in weitgehendem Konsens des Bundestags und der Länder aufgegleist worden war. Mehr Verkehr auf die Schiene war das Motto. Ohne die Alt-Schuldenlast sollten die zur neuen Deutschen Bahn AG vereinigten Bundesbahn und Reichsbahn wesentlich wirtschaftlicher und erfolgreicher werden – als tragende Säule einer Renaissance des Schienenverkehrs in Deutschland.

Kommen Sie zur „Kopf machen Konferenz„.

Ein Flyer zur „Kopf machen Konferenz“ und zur Demo am 26. April.

Verklagen Sie die Deutsche Bahn, Herr Ministerpräsident!

24. Juli 2013  Stuttgart 21

DIE LINKE Baden-Württemberg, Michael Schlecht (MdB)

„Wenn Ministerpräsident Kretschmann eine Festellungsklage gegen die Deutsche Bahn weiter ablehnt, riskiert er weitere Millionenkosten für die Steuerzahler in Baden-Württemberg“, kritisiert Michael Schlecht, Spitzenkandidat der LINKEN Baden-Württemberg für die Bundestagswahl.

Schlecht weiter: „Die gestrige Sitzung des Lenkungskreises hat gezeigt, dass die Deutsche Bahn selbst nicht weiß, wie der Bau von Stuttgart 21 finanziert werden soll. Statt dies nur zu kritisieren, muss Winfried Kretschmann jetzt alles tun, um die Steuergelder der Baden-Württemberger zu schützen.

Die Landesregierung muss mit einer negativen Feststellungsklage vor dem Verwaltungsgericht klären lassen, dass Baden-Württemberg keine weiteren Zahlungsverpflichtungen über den bisherigen Betrag von 930 Millionen Euro entstehen. Solange Kretschmann diese Klage verweigert, lässt er die Tür weit offen, um die Zahlungen unseres Bundeslandes für das Milliardengrab Stuttgart 21 weiter zu erhöhen.“

Stuttgart 21 stoppen!

30. April 2013  Stuttgart 21

 

Peter Röhl  / pixelio.de

Peter Röhl / pixelio.de

DIE LINKE. Baden-Württemberg

Das war das Ergebnis einer Diskussion der Bundestagsabgeordneten der Partei DIE LINKE, Sabine Leidig, Heike Hänsel und Michael Schlecht am 29. April mit interessierten KollegInnen, GenossInnen und BürgerInnen. Ganzen Beitrag lesen »

S 21: Bundesregierung stellt Parteiräson über das Gemeinwohl

06. März 2013  Stuttgart 21

13.03.05 S-21Sabine Leidig

„Die Entscheidung der Deutsche Bahn AG zu Stuttgart 21 ist ein wirtschaftlicher, ein verkehrspolitischer und ein politischer Skandal mit verheerenden Folgen“, so Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zur heutigen Entscheidung des Aufsichtsrates der Deutschen Bahn AG, das Großprojekt trotz massiver Kostensteigerung in Milliardenhöhe fortzusetzen. Leidig weiter:

„Wirtschaftlich, weil mit den nun anerkannten Kostenexplosion ein Verkehrsprojekt, das nachweisbar unwirtschaftlich ist, gebaut werden soll. Sollte S21 verwirklicht werden, erwachsen daraus Jahr für Jahr Verluste, die über den Abbau an anderer Stelle in der Schieneninfrastruktur finanziert werden müssen.

Verkehrspolitisch, weil S 21 mit einem Abbau von Kapazität verbunden ist. Ausgerechnet am heutigen Tag präsentiert der ‚Stern‘ eine Kabinettsvorlage der  baden-württembergischen Landesregierung vom 24. Mai 2011, die diesen Kapazitätsabbau dokumentiert. Das heißt: Die Grün-Rote  Landesregierung wusste noch vor der Volksabstimmung, dass man viel Geld dafür investiert und hinterher weniger hat als vorher.

Politisch, weil die Bundesregierung über ihre Vertreter im Aufsichtsrat  das Projekt S 21 zur Staatsangelegenheit gemacht haben und das kleinkarierte politische Interesse von CDU/CSU und FDP höher bewerten als Gemeinwohl. Dabei geht es der Kanzlerin um den ‚Industriestandort Deutschland‘ und dem Bundesfinanzminister um ‚das gesamtstaatliche Interesse‘.

Ausstieg aus Stuttgart 21 rückt in greifbare Nähe

15. Dezember 2012  Stuttgart 21

Sabine Leidig (MdB)

 

„DIE LINKE fordert die von dem Grünen Wilfried Kretschmann  geführte Landesregierung Baden-Württembergs und den designierten, ebenfalls grünen Oberbürgermeister von Stuttgart, Fritz Kuhn, auf, als wesentliche Projektpartner unverzüglich der Bahn gegenüber Verhandlungsbereitschaft über einen Stopp und den Ausstieg aus dem Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 zu erklären“, so Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der heutigen Sondersitzung des Verkehrsausschusses, in der Dr. Volker Kefer, verantwortlicher  Vorstand der Bahn-Infrastrukturtochter DB Netz AG, erklärte, dass keiner der Beteiligten aus diesem Projekt aussteigen wolle. Leidig weiter: Ganzen Beitrag lesen »

Stuttgart 21: Endlich Reißleine ziehen

10. Dezember 2012  Stuttgart 21

Sabine Leidig

„Die Kostenexplosion des umstrittenen Bahnprojektes ‚Stuttgart 21‘ ist keine Überraschung: Aktenvermerke aus dem Jahr 2009 zeigen, dass bereits die Landesregierung unter Ministerpräsident Günther Oettinger von Gesamtkosten in Höhe von mindestens 4,9 Milliarden Euro, wahrscheinlicher 6,5 Milliarden Euro ausging“, so Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE anlässlich der heutigen Pressekonferenz von BUND und VCD, auf der nochmals deutlich wurde, dass bei Fortsetzung des Baus das Geld für dringend notwendige Ausbauten und Instandhaltungen sowie andere umwelt- und verkehrspolitisch sinnvollere Projekte fehlen werde. So soll das Projekt nach aktuellen Schätzungen statt der bisher 4,5 Milliarden Euro zwischen 6 und 10 Milliarden Euro kosten. Leidig weiter: Ganzen Beitrag lesen »

Brandschutz-Desaster bei Stuttgart 21 muss Konsequenzen haben

12. Oktober 2012  Stuttgart 21

Sabine Leidig

„Das vernichtende Urteil über das Brandschutzkonzept der DB-AG für den geplanten Tunnelbahnhof Stuttgart 21 kann nicht wirklich überraschen. Kritik wegen gravierender Sicherheitsmängel wurde von Ingenieuren und Bahnexperten immer wieder fundiert vorgetragen“, so Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich des von der Bahn in Auftrag gegebenen Gutachtens, das auf eklatante Mängel im Brandschutzkonzept für den Bahnhof Stuttgart-21 hinweist. Leidig weiter:

	Michael Hirschka  / pixelio.de

„Die Probleme im Bereich Brandschutz sind nicht durch kleinere Korrekturen zu lösen. Hier muss der ganze Bahnhof neu geplant werden, mit größerem Tunneldurchmesser und anderen Fluchtwegen. Und das bedeutet erhebliche Zusatzkosten.

DIE LINKE hatte bereits vor zwei Jahren einen ausführlich begründeten Antrag auf Ausstieg aus dem Projekt eingebracht. Dort haben wir dargelegt, dass der Brandschutz unverantwortlich gekürzt wurde, damit die Befürworter das Großprojekt unter der vereinbarten Kostengrenze rechnen konnten. Als Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung hat insbesondere Patrick Döhring, der zugleich Aufsichtsratsmitglied ist, von diesen gravierenden Problemen gewusst.

	Gerd Altmann/Carlsberg1988

Das Brandschutz-Desaster, die systematische und absichtliche Fehlplanung müssen Konsequenzen haben. Der Bundesverkehrsminister ist aufgefordert, den Ausstieg aus dem Projekt Stuttgart 21 in die Wege zu leiten und die vom Bund bestellten Mitglieder im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn-AG abzuberufen und endlich durch bahnkundige und dem Allgemeinwohl verpflichtete Personen zu ersetzen sowie die Verantwortlichen bei der DB-AG, Herr Grube und Herr Kefer, zur Rechenschaft zu ziehen.“